Zum Frühstück zu Ikea –

Zum Frühstück zu Ikea –

Eine kulinarische Rundreise durch die Niederlande

“ 1 Euro” kostete das komplette “Schmalspurfrühstück” bei Ikea. Der schwedische Möbelhersteller im niederländischen Hengelo lockte vor Jahren mit diesem besonderen Angebot. Hengelo ist für uns „Grafschafter“ nur ca. 25 Kilometer entfernt und damit mit dem Rad gut erreichbar. Was lag näher, als dieses Angebot mit einer ADFC-Radtour zu kombinieren.

Aber es war nicht nur ein gemeinsames Frühstück geplant, sondern auch eine ganztägige Radtour durch das deutsch-niederländische Grenzgebiet. Und nach dem Frühstück wollten wir uns die Gelegenheit zu einem Einkaufsbummel durch den schwedischen Möbelgiganten nicht entgehen lassen. Zusätzlich habe ich meinen ganz besonderen „Einkaufs-Fahrradservice“ angeboten. Ich würde mein Yuba Mundo -Gepäckrad mitnehmen, falls einer meiner Mitreisenden neben den obligatorischen Teelichtern auch noch einen sperrigen Bilderrahmen o. ä. erstehen wollte! So könnte ich vermitteln, dass auch größere Einkäufe durchaus mit dem Fahrrad möglich sind! 🙂

Zum Frühstück zu IKEA 🙂 (Auszug aus dem ADFC Tourenplan )

ADFC Frühstückstour zu Ikea

Schon um 08:00 Uhr trafen sich fünf oder sechs Radler zu dieser ungewöhnlichen Radtour.  Deutlich weniger, als zu unseren üblichen ADFC-Radtouren. Aber dafür war die angekündigte Unternehmung zu dieser frühen Stunde auch wohl zu speziell.

Knotenpunkt im deutsch-niederländischen Grenzgebiet.

In zügigem Tempo fuhren wir entlang der “Knotenpunkte” durch das morgendliche deutsch-niederländische Grenzgebiet. Die Sonne lachte uns an und wir waren voller Vorfreude auf das Frühstück, was uns erwartete. Rechtzeitig um 10:00 Uhr saßen wir im Ikea Restaurant, umgeben von vielen Rentnern, die es sich ebenfalls nicht nehmen lassen wollten, dieses “Super-Sparangebot” wahrzunehmen. Wir waren bestimmt nicht die einzigen Radfahrer, aber sicherlich diejenigen, mit der ungewöhnlichsten Anreise.

Radeln nach Zahlen:

Im landesweiten Radverkehrsnetz Belgiens und der Niederlande orientiert sich die Wegweisungen an nummerierten „Knotenpunkten“. Das Prinzip hat seinen Ursprung in der belgischen Provinz Limburg und wurde ebenso in einigen grenznahen Gebieten Deutschlands übernommen.

In diesen Wochen wird auch in der Grafschaft Bentheim das aus den benachbarten NL schon bekannte Knotenpunktsystem installiert.

Genüsslich tranken wir ein oder mehrere Becher Kaffee und ließen es uns schmecken. Anschließend gingen wir durch das inzwischen schon recht gefüllte Möbelhaus und kauften – “was man eigentlich schon immer haben wollte” 😉

Langsam arbeiten wir uns zum vereinbarten Treffpunkt am Ausgang vor, um dann unsere geplante Radtour zu starten. Doch was war das? Am Horizont kündigte sich eine dunkle Regenfront an. Wir beschlossen, diesen Regenschauer noch abzuwarten.

Mit einem solchen Unwetter hatten wir nicht gerechnet!

Die ersten Sturmböen kündigten auch schon ein Unwetter an. Und so kam es, dass wir einen heftigen Sturm erlebten und Zeuge von spektakulären Bildern wurden! Während wir uns im Foyer auf die einladenden Sofa-Ausstellungsstücke lümmelten, versuchten andere Kunden trotz heftiger Böen und der jetzt waagerecht verlaufenden Regenmassen, ihre überladenen Einkaufwagen noch in den Gepäckraum ihres Autos zu retten.

Alleine oder mit Hilfe der anderen Familienmitglieder versuchte man, den Einkaufswagen einigermaßen auf der Spur zu halten und sich gegen die Windböen durchzusetzen. Das gelang nicht immer, wie wir mit einer ungewollten Schadenfreude erkennen mussten. Ich sah, wie sich eine noch neue, durch Plastik geschützte Bettmatratze wie ein Windsegel verhielt und den Einkaufswagenlenker quer zur Fahrtrichtung trieb. Das eigene Auto fest im Visier, versuchte der Lenker erfolglos den störrischen Einkaufswagen zu überreden, zurück auf die vermeintliche kürzeste Wegstrecke zu kommen. Mehrere Einkaufswagen verkanteten sich, Stressgespräche entwickelten sich zwischen Ehepartnern, der Kofferraum konnte wegen des Sturmes nicht geöffnet werden, Wagentüren fielen alleine zu und verwehrten den geplanten Einstieg ins schützende Auto. Das ganze Spektakel verlieh dieser Situation eine gewisse lustige Nuance. Wir mussten sogar in mehreren Situationen heftig lachen. So etwas hatten wir nicht erwartet. Alles erinnerte an einen Fernsehbeitrag von “Pleiten, Penn und Pannen”. Wir gönnten uns in aller Seelenruhe noch “een” oder sogar „twee“ “Hotdog”. Für wiederum 1- Euro – wieder einmal ein Schnäppchen (“goodkoop” sagt man in den NL).

Das Wetter beruhigte sich irgendwann und die Sonne zeigte sich wieder von der besten Seite. Wir fuhren nun mit unseren “Fietsen” zum Markt in der Innenstadt von Hengelo.

Ein niederländischer Markt ist immer etwas besonderes

Ein niederländischer Markt ist immer ein tolles Erlebnis und bietet eine quirlige Atmosphäre. Wir ließen uns treiben, hörten Marktschreier, die ihr Gemüse anboten, besuchten Marktstände mit Stoffen, Haushaltswaren …. und nicht zuletzt mehrere Fischstände. Ein Duft von Bratfisch zog durch die Marktreihen, irgendwann konnten wir uns diesem Duft nicht mehr entziehen und aßen “Kibbelinge”, mit Soße, wieder andere begeisterten sich für die “Hollandse Niewe” (Heringe).

Gestärkt fuhren wir weiter. Von Hengelo wollten wir jetzt über Oldenzaal nach Nordhorn zurückfahren. Auch in Oldenzaal war Markt. Also noch einmal durchstreiften wir den etwas kleineren, aber trotzdem attraktiven Markt. Unglaublich, mir lief schon wieder das Wasser im Mund zusammen, als ich den typischen Duft von “Loempia”, dieser vietnamesischen Spezialität in der Nase verspürte. Das Stück ebenfalls für 1 Euro. Das durfte man sich nicht entgehen lassen! Nach zwei Loempia, mit leckerer Soße, liebäugelte ich schon bald wieder mit einer großen Tüte Lakritz. Eine obligatorische Spezialität, ein ideales Mitbringsel für die Kinder und eine leckere Erinnerung in den kommenden Tagen.

Die Atmosphäre bewirkte, dass wir uns auch noch auf einen ”Coffee” in einem der typischen Straßencafés niederlassen mussten. Und dabei blieb es nicht. Irgendjemand gönnte sich noch einen “Pannenkoeken” oder einen “Krentenweggen”. Und anschließend gab es noch einen “Bourenjongens” (Rosinen in Weinbrand)! 🙂

„…lekker en goodkoop“

Auf der Rückreise ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Wir haben eine lustige, interessante kulinarische Rundreise durch unser Nachbarland unternommen. “Het was lekker en goodkoop”:-)

PS: wofür ich aber mein Gepäckrad mitgenommen hatte, erschließt sich mir bis heute nicht. Die auf dem Gepäckrad montierte Einkaufswanne blieb nahezu leer 😉

.. .mein YubaMundo im ADFC Einsatz

2 Gedanken zu „Zum Frühstück zu Ikea –

  1. Hai, ik vind het leuk dat u zo gedetailleerd over “ons” Nederlandse/Duitse grensgebied verslag doet. Pure promotie voor het Nederlandse deel. Zo zie je dat je niet ver hoeft te gaan als je mooie verhalen wilt opdoen😍

    (Hi, ich finde es gut, dass du so ausführlich über „unser“ niederländisch/deutsches Grenzgebiet berichtest. Reine Werbung für den niederländischen Teil. So siehst du, dass du nicht weit gehen musst, wenn du schöne Geschichten lernen willst)

    1. Onze regio wordt door veel Duitse bezoekers altijd als typisch Nederlands beschreven, en door Nederlandse bezoekers altijd als typisch Duits ervaren.
      Dat is onze speciale bestemming. En we genieten van de nabijheid van Nederland en zijn bijzonderheden.
      Geachte groeten

      Unsere Region wird von vielen deutschen Besuchern immer als typisch niederländisch beschrieben, und von niederländischen Besuchern immer als typisch Deutsch wahrgenommen.
      Das ist unsere besondere Bestimmung. Und wir genießen die Nähe zu den Niederlanden und deren Besonderheiten.
      Liebe Grüße

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