Mascarpone Nachtisch auf dem Rad serviert

Mascarpone Nachtisch auf dem Rad serviert

Es ist wieder Januar, der Monat in die mehrere Freunde ihren Geburtstag feiern. Es ist eine Tradition, dass sich jeder Gast mit einem kulinarischen Beitrag zum Gelingen der Feier einbringt. Ich beteilige mich traditionell mit einem „Mascarpone”- Nachtisch, und sorge damit seit Jahren regelmäßig für lustigsten Gesprächsstoff an solchen Abenden:

Vor mehreren Jahren war der Winter noch ein Winter.

Es war kalt, es schneite seit einer guten Stunde. Die Straßen in meiner kleinen Heimatstadt waren wegen des geringen Straßenverkehrs noch nahezu unberührt und tief eingeschneit an diesem frühen Samstagabend. Die Räumdienste waren überrascht worden und man konzentrierte sich wohl eher auf die stärker befahrenen Bundesstraßen außerhalb der Ortschaft.

Ich machte mich mit meinem Mascarpone-Nachtisch auf den Weg zu der Geburtstagsparty. Der Nachtisch für 15 Personen füllte eine riesige Auflaufform und war mit einer satten Zuckerschicht überzogen. Ich wusste, dass er lecker war und ich bei den andern Gästen den Eindruck eines begabten Kochtalents hinterließ.

Wie üblich fuhr ich mit dem Rad und dem Mascarpone -Nachtisch zur Feier,

wollte ich doch auch das ein oder andere Bier trinken. Ich genoss das winterliche Radfahren auf meinem Gepäckrad mit dem Nachtisch auf dem riesigen Gepäckträger. Der Schneefall und der nicht ungefährliche Schneeuntergrund würde mir wegen der dicken Ballonreifen meines Gepäckrades nichts ausmachen. Ich rollte gleichmäßig und schwer wie ein Panzer über die geschlossene Schneedecke.

Ich hatte die Auflaufform wegen des satten Schneefalls mit einer Bananenkiste großzügig abgedeckt und die randvoll gefüllte Auflaufform schwebte förmlich auf meinem Gepäckträger über die holprig gepflasterte Hauptstraße. Autofahrer, die wegen des dichten Schneefalls über die ungeräumte Straße schlichen, konnte ich sogar mit meinem Fahrrad überholen und die Fahrer ins Staunen versetzen. Jede noch so kleine und durch den Schnee unsichtbar gewordene Bodenwelle balancierte ich durch intensive Körperverlagerung aus und war mir sicher, meinen Nachtisch zu einer Attraktion des heutigen Abends werden zu lassen.

Ein leises „Plopp”.

Einen kleine Staßenunebenheit ließ mich ein leises „Plopp” vernehmen, aber ich brauchte keine Anstalten zu unternehmen, um meine Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren. Die einzige Kreuzung auf meiner Strecke konnte ich, ohne abzusteigen, passieren, fuhren doch alle Autos bei diesen Wetterverhältnissen ungewohnt defensiv an die Kreuzung heran.

Ungläubige Gesichter in den Augen der Autofahrer. Vielleicht sah ich sogar Bewunderung, als ich mit meinem Gefährt die Kreuzung passierte, ohne auch nur die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren.

Nach einem halben Kilometer war ich angekommen. Vorsichtig stieg ich vom Fahrrad ab und wollte den „kulinarischen Gepäckaufbau” abnehmen. Doch was war das?
Die Kiste stand nicht mehr auf dem Gepäckträger. Sie hing an der Seite (!) des Fahrrades, fixiert durch zwei Gepäck-Gummibänder und die darin befindliche Auflaufform klebte hochkant an der Seitenstrebe des Gepäckträgers. Der Nachtisch war weg.

Das war das „Plopp“!

Mit leerer Schüssel, hängenden Mundwinkeln und sichtlich genervt begrüßte ich den Gastgeber und erklärte mein Missgeschick. Es dauerte nicht lange und ich war unfreiwillig der humoristische Mittelpunkt der Veranstaltung 🙁

Blutiges“ Mascarpone „Gehexel“ auf der Straße

Als ich nach Stunden auf dem Rückweg an der „Plopp-Unglücksstelle” vorbeikam, sah ich ein rot-weißes „Gehexel“ auf dem immer noch frischen Schnee. Sicherlich schauderten schon viele vorbeikommende Autofahrer als sie dieses „Blutbad” auf der Straße sahen. Als wäre ein Kaninchen in die Fahrradspeichen eines Fahrrads oder in das Mähwerk eines Treckers gekommen, musste man annehmen. Nur gut, dass ich es besser wusste!

Ach ja – das Rezept bin ich Euch noch schuldig – es ist einfach und superlecker!! Unbedingt nachzumachen!

Mascarpone…

Für 6 Personen – ggfs. verdoppeln:
500 g Erdbeeren/Heidelbeeren o. Ä.
3 Becher Naturjoghurt
1 Becher Sahne
1 Becher Mascarpone
Brauner Zucker

Am Tag vorher zubereiten!
Früchte (auch gefrorene Früchte) ungezuckert in eine Schüssel schichten. Joghurt und Mascarpone rühren und danach unter die Mischung unter die geschlagene Sahne heben. Diese Mischung über die Früchte geben. Danach alles dick mit braunem Zucker bestreuen und in den Kühlschrank stellen. Sieht am nächsten Tag wie goldbraun überbacken aus 🙂

schwierig zu transportieren 😉

Und es gibt noch weitere Geschichten rund ums Rad auf diesem Blog oder in meinem Buch“ Die außergewöhnlichen Radtouren eines Bürokraten“.

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